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Elektronisches Vorschaltgerät

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EVGs (elektronische Vorschaltgeräte) sind erforderlich, wenn Leuchtstofflampen eingesetzt werden. Diese können extern angeschlossen oder bereits in dem Leuchtmittel integriert sein.


Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise des Startvorganges

Vorschaltgeräte stabilisieren nach dem Einschalten den Vorheizstrom der Lampen und begrenzen nach erfolgter Zündung den Lampenstrom. Hierdurch wird zudem die Lebensdauer der Lampen durch das Einhalten der Startbedingungen wesentlich erhöht und ebenso eine Querentladung im Elektrodenbereich während der Vorheizung verhindert.

Nach dem Einschalten wird das Edelgas in der Glimmlampe gezündet. Die aus Bimetall bestehenden Elektroden im Starter krümmen sich durch die Erwärmung dieser Glimmlampe und berühren sich schließlich. Dies hat zur Folge, dass die Glimmlampe kurzgeschlossen wird. Der jetzt höhere Lampenstrom fließt durch das Vorschaltgerät und erzeugt ein Magnetfeld. Die Metallwendel (Elektroden) in der Leuchtstofflampe wird nun aufgeheizt und von den Elektroden können sich bei Erwärmung die Elektronen lösen.

Die kurzgeschlossene Glimmlampe im Starter kühlt, da diese nicht mehr leuchtet, wieder ab und die Bimetallkontakte, sowie der Stromkreis, öffnen wieder. Als Folge der Öffnung, bricht das Magnetfeld im Vorschaltgerät zusammen und bedingt durch die Induktionswirkung, wird ein großer Spannungsstoß von ca. 600 bis ca. 2000 Volt an die Elektroden der Leuchtstofflampe weitergegeben. Der Spannungsstoß bringt die bereits aus den Elektroden austretenden Elektronen auf eine große Geschwindigkeit. Diese prallen in der Leuchtstofflampe gegen die Quecksilberatome, die sich auf der Innenseite der Leuchtstoffröhre befinden. Hierdurch werden weitere Elektronen heraus geschleudert und sorgen dafür, dass die Quecksilberatome leitend werden. Die Gasfüllung innerhalb der Leuchtstofflampe wird also leitend und die Leuchtstofflampe hat gezündet.


Aufbau

Die Verwendung von elektronischen Vorschaltgeräten erfordert im Regelfall zur Installation bzw. Inbetriebnahme keine zusätzlichen Komponenten. Elektronische Vorschaltgeräte sind für Betrieb an 230 Volt ausgelegt und betreiben die Leuchtstofflampen mit Hochfrequenz (20 - 40 kHz).


Ausführung

Vorschaltgeräte können, je nach Ausführung, 1- bis 4-flammig aufgebaut sein und somit dann folglich 1 bis 4 Lampen ansteuern. An den Vorschaltgeräten können z.B. Lampen vom Lampentyp T4 / T5 / T8 G13 / TC-L 2G11 / TC-F 2G10 mit entsprechenden Sockeln G5 / G23 / G24 / 2G7 / 2G11 genutzt werden.


Eigenschaften

  • Geeignet für den Anschluss von Notgeräten nach VDE 0108
  • Schnellsteckverbinder mit Befestigungsfeder
  • Entgegengesetzter Ein- und Ausgang (Leiterquerschnitt: 0,5 - 1,5mm²)
  • Befestigung des Netzgeräts mittels Schraubösen
  • Einschaltung mit Vorwärmung für eine lange Lebensdauer der Lampe
  • Schutz bei Lampenausschaltung, Lebensende oder defekter Lampe
  • Schutz vor Extra-Netzspannungen
  • Klassifikation EEI = A2
  • Anwendungsbereiche 198...254V
  • Verringerter Energieverbrauch (bis zu 30 %) bei gleich bleibender Lichtausbeute
  • 50% längere Lampenlebensdauer
  • Stabilisierte Lampenleistung
  • Überspannungsschutz
  • Kein Stroboskopeffekt
  • Kein Flackern der Lampe beim Start
  • Kein Starter und kein Kondensator notwendig
  • Geringer Verdrahtungsaufwand
  • Keine magnetische Störinduktion
  • Geringe Eigenerwärmung durch minimale Verlustleistung
  • MTBF (englisch mean time between failures) ca. 50.000 Stunden
  • Dimmfunktion


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